Else meets Ella

Kurz vor den Feiertagen im letzten Jahr hatte mich die Nähwut gepackt! Neben dem obligatorischen Weihnachshoodie für den besten Ehemann der Welt, musste auch für mich noch schnell ein frischer Weihnachtsdress her. Die Frage nach dem Schnitt war schnell beantwortet, denn endlich wollte ich doch selbst auch mal eine Else besitzen. Um auf Nummer sicher zu gehen und den schönen Stoff vom lokalen Stoffdealer nicht zu verhunzen, habe ich ein Probeexemplar genäht. Und das war auch gut so!

Vor dem Kauf musste ich mich trotz Maßtabelle noch mal mit Monika von schneidernmeistern kurzschließen welche Größe am besten ist – denn wenn man, so wie ich, drei unterschiedliche Größenwerte hat, ist das gar nicht so einfach, sich für eine Doppelgröße zu entscheiden. Da hat man es mit anderen Schnittmustern doch einfacher in denen alle Größen vorhanden sind!

Ich hatte vor allem deshalb Angst, dass das Kleid viel zu lang wird bei meiner doch eher dezenten Körpergröße. Ich entschied mich deshalb auf jeden Fall die kurze Variante ohne Nahtzugabe mit mittlerer Rockbreite und einem U-Boot Ausschnitt mit Schrägstreifen zu nähen. Da ich lieber 3/4 Ärmel mag, habe ich für die Ärmelsäume auch hier ohne NZ zugeschnitten und einfach Fake-Bündchen genäht. Das geht nämlich super schnell, sieht auch noch schick aus und ist hier bei Anna von einfach nähen in 3 Minuten erklärt! Und zusätzlich habe ich noch die Overlocknaht am Halsbündchen versteckt. Auch wenn das ein doch noch mal aufwendiger Arbeitsschritt gegen Ende ist, sieht es einfach immer etwas schöner aus, wie ich finde.

elsen_extra1_new

Dazu benötigte ich nicht all zu viele Schnittteile und ich freute mich schon, dass das Ausschneiden und kleben dann sicher nicht all zu lang dauern wird… Da hatte ich mich aber leider zu früh gefreut. Denn man muss bei diesem Schnittmuster alle 12 Schnitteile ausdrucken! Das finde ich absolut unnötig! Das sind immerhin 30 Seiten für 4 benötigte Schnitteile. Eindeutig zu viel! Ich bin immer dafür Platz zu sparen, ökonomisch zu arbeiten und erst recht unnötigen Müll zu vermeiden. Aber für diese Elsen habe ich hauptsächlich Müll produziert. 😦 Sehr schade! Einen Schrägstreifen oder Bündchen kann ich bspw. auch selbst abmessen, wenn die Angaben dazu im E-Book stehen. Dann benötigte man bspw. nur 20 Seiten! Mal abgesehen davon, dass der Bogen dann immer noch viel zu groß für unseren Esstisch wäre. Das Kleben und Schneiden hat mich dann auch den ganzen Abend gekostet und ich hatte danach 2 Tage lang keine Lust mehr auf Else. 😦

Das E-Book selbst, muss ich sagen, war für mich auch erstmal gewöhnungsbedürftig. Wenn man eine bestimmte Art von Anleitung gewohnt ist, fällt es mir doch relativ schwer umzudenken. Die Anleitung für die Else ist ja doch verhältnismäßig abstrakt. Denn auch wenn der Schnitt absolut anfängertauglich ist, ist es die Anleitung meiner Meinung nach so gar nicht. Die Beschreibungen und Fotos dazu fallen tw. ganz schön knapp aus und wenn man bestimmte Dinge kombinieren möchte, die in einem der 7 vorgeschlagenen Kleider nicht vorgesehen sind, scrollt man viel hin und her um sich einen Überblick zu verschaffen und zurecht zu finden. Das fand ich tw. doch etwas anstrengend.

Dann gings ans Nähen  – das ging schnell und einfach, zumindest wenn man schon das ein oder andere Kleidungsstück unter der Nadel hatte. Ich war wieder voller Euphorie und freute mich über den schönen Stoff und auf das Kleid.

Bei der ersten Anprobe dann erstmal wieder geseufzt. 😦 Denn der Ausschnitt sitzt so hoch am Hals, dass ich direkt Beklemmungen bekomme. Das war nichts für mich und musste schleunigst verändert werden. Außerdem – es sitzt wie ein Sack. Naja… wenn man sich die Elsenbilder ansieht –  der Schnitt ist auch eher ein Schlumi-Kleid, aber ich fühlte mich darin ziemlich unvorteilhaft gezeigt. Mit Gürtel konnte ich dem ganzen Dilemma noch etwas abhelfen.

Dennoch ich war doch ziemlich enttäuscht, denn wenn man eben nur zwei Größen zur Auswahl hat und im Anpassen von Schnitten selbst so gut wie keine Erfahrungen hat, ist es zumindest mir- nicht möglich die Taille mal eben schmaler anzupassen oder am Rücken noch Abnäher einzufügen -ich wüsste auch gar nicht, wie ich die allein abstecken sollte-. Da wäre es für mich doch vorteilhafter gewesen, eben doch mehr als zwei Größen auf einem Schnitt zu haben um entsprechend anzupassen oder aber eins, zwei entsprechende Tipps zur Schnittanpassung im E-Book zu finden.

Für Kleid #2 wählte ich schon beim Zuschnitt einen anderen Ausschnitt und zwar den vom Kleid Ella von pattydoo. Damit würde mir ganz sicher nicht die Luft weg bleiben! Den Rock kürzte ich unten noch um ein paar Zentimeter, da er mir noch einen Tick zu lang war und entschied mich diesmal für die breite Variante. Das gefiel mir insgesamt alles schon etwas besser, auch wenn hier der Gürtel wieder zum Einsatz kommen muss.

Meine Bilanz, die ich nun ziehe, sieht erst mal so aus, dass ich keine dritte Else aus Jersey nähen werde. Was ich aber am Schnitt sehr, sehr positiv finde – die Else ist für einen wachsenden Baby-Bauch ein scheinbar perfektes Kleid, dass viel Luft zum Ausbreiten lässt ohne einzuengen! Für Sweat-Stoff wäre ich wohl noch mal bereit den Schnitt auszuprobieren. Ich kann mir gut vorstellen, dass das etwas anders sitzt – da habe ich schon ein ähnliches, gekauftes Kleid. Das wird aber wohl erst was, wenn der kommende Baby-Bauch wieder weg ist!

So und nun bis bald und ahoi, mona!

Schnitt: Else von schneidernmeistern, Ella von pattydoo

Stoff: Stenzo Jersey Dreiecke – Weiß/Pink von alles für selbermacher; Art Gallery Jersey Libellen von Polli Grün

Verlinkt mit RUMS

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s