Lax-Hoodie & eine Buch-nicht-empfehlung

Die Zahl an Beiträgen über Hoodies nimmt hier auf dem Blog stetig zu, das wird selbst mir bald zu langweilig… Doch selten hat ein Projekt so gut von Anfang bis Ende geklappt wie der Hoodie, den ich für den Herzensmann zum Geburtstag genäht habe. Obwohl ich anfangs vor einige Hürden gestellt wurde.

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Der letzten Hoodie – Tony – sieht nach wie vor unwiederstehlich gut an ihm aus und doch wollte ich nun einen ganz unkomplizierten Schnitt haben. Weil ich keinen neuen Schnitt kaufen wollte, griff ich auf das Buch Hoodies: Kapuzen-Pullis selbst genäht von Carmen Dahlem zurück. Ich hatte es vor gut 2 Jahren zu Beginn meiner Kleidernähkarriere mal erstanden und bisher nicht angerührt, weil mir die Schnitte bis dato immer zu unspektakulär waren.

Das Prinzip des Buches ist einfach erklärt: Es gibt einen Grundschnitt und der kann beliebig variiert werden. Und ich nehme mal das Fazit vorweg: Jedem, der überlegt, sich dieses Buch zu kaufen sei geraten ein paar Euro mehr für ein anderes Buch oder einzelne e-Books auszugeben! Die 10 € für dieses Buch sind leider verschenkt. Es lohnt sich nicht! Wirklich nicht! Nicht einmal für 10 €!

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Im Grunde sieht man es ja auch schon an den Bildern im Buch auf denen viele der Kleidungsstücke etwas leihenhaft aussehen. Ich dachte jedoch immer, das liegt vielleicht am schwierigen Material oder an einer husch-husch-Verarbeitung. Zudem sehen die Frauenmodelle eher nach poppigen 90ern aus – auch nicht mehr zwingend zeitgemäß. Das Buch bietet generell einige gute Ideen für’s Variieren verschiedener Kombinationen von Kapuzenpullis, deren Umsetzung jedoch wohl einem günstigen Verkaufspreis zum Opfer gefallen sind.

So merkte ich schon in der Vorab-Planung des Pullis, dass ich einige Abstriche machen muss:

  • Zu Beginn steht man erstmal vor der Frage, ob die angegebene Maßtabelle Körpermaße oder Fertigmaße beschreibt – aus dem neben stehenden Text vermutete ich Fertigmaße. – Ich selbst nutze inzwischen nur noch Körpermaße zur Größenermittlung, weil ich der Meinung bin, dass Fertigmaße an anderen Kleidungsstücken zu vergleichen nur die halbe Wahrheit ist und selten dazu führt, dass das neue Stück richtig passt, denn Schnitt ist eben nicht gleich Schnitt. 
  • Der Stoffbedarf ist großzügig bemessen, um ihn genau zu ermitteln gibt es den Tipp alle Schnitteile mit in den Laden zu nehmen und direkt am Stoff anzuhalten… – Ernsthaft?! Das erschien mir wirklich unprofessionell. Von einem halbwegs vernünftigen Buch, dass Schnittmuster für mich bereithält, erwarte ich, dass diese Arbeit im Vorfeld erledigt wurde, aber für 9,99€ ist das wohl nicht im Preis mit inbegriffen und fällt eben nur großzügig überschlagen aus.
  • Beim Abpausen entdecke ich auch hier die Sparversion eines günstigen Buches – die Länge der Oberteile, Ärmel und der Kängurutasche ist für alle Größen identisch. – Dass das keinen Sinn macht ist wohl ohne weitere Erklärungen jedem klar. Und zusätzlich macht es die enthaltene Maßtabelle, in der unterschiedliche Längen für die jeweilige Größe angegeben sind, unbrauchbar. *fail*
  • Die Schulterpatches als optisches Highligt entpuppen sich als Aufnäher. Leider wird der Stoff nicht geteilt sondern die Patches werden drauf genäht. – Ich erspare mir, DAS auszuprobieren und mich hinterher darüber zu ärgern.

Ich frage mich an dieser Stelle ernsthaft ob das alles noch anfängerfreundlich ist. Ich vermute nicht. Vor zwei Jahren hätte ich das Buch wohl an dieser Stelle einfach zurück ins Regal gestellt.

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Ich entscheide mich also das Grundmodell etwas zu variieren und beim Nähen auf meine Erfahrung zurück zu greifen, statt weiterhin in das Buch zu gucken:

  • Vordertasche mit Eingriffsbündchen
  • Kapuze im Stoffbruch geschnitten und mit Kordel versehen
  • Verzicht auf Schulterpatches – schade, die hätte ich wirklich gern dran gehabt
  • deutlich engere Saumbündchen, da ich sie beim Tony schon zu labbrig fand
  • ein Plott vorne drauf

Ja und was soll ich sagen, ab da gings wie von selbst und das Glück war auf meiner Seite.

Das tollste für mich war der Plott, der von der Erstellung bis zum Aufbügeln wirklich 1A so lief, wie ich mir das gewünscht hatte! Wieder einmal ist die Anschaffung dieses Gerätes sowas von sinnvoll gewesen. Und, jeder Plotterbesitzer wird es verstehen, wenn ich sage: Ich liebe meinen Plotter!

Und selbst meine Overlock hat mitgespielt und alle Fäden ohne Aussetzer fein ordentlich zusammengenäht. 🙂

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An dieser Stelle muss ich mich noch beim Team von Alles für Selbermacher bedanken! Ich hatte dort den schönen Sweat-Stoff bestellt und erst nach dem Waschen ein großes Loch, etwa so groß wie mein Gesicht, mittendrin bemerkt. Ich bekam aber unverzüglich das Angebot, den Stoff zurück zu schicken und Ersatz zu bekommen bzw. nachdem glücklicherweise trotzdem alles drauf gepasst hatte einen kleinen Wertgutschein. Das finde ich nicht selbstverständlich und freue mich, dass der Kundenservice dort einfach nach wie vor sehr entgegenkommend und nett ist. – Das schreibe ich übrigens aus freien Stücken und nicht etwa, weil ich noch einen Bonschi dafür bekomme!

Und nun ahoi und bis bald, mo*

Schnitt: Der Klassiker aus dem Buch Hoodies: Kapuzen-Pullis selbst genäht

Stoffe von Alles für Selbermacher , Kordel von PolliGrün

Verlinkt mit creadienstag.

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